Ein Kiepenkerl gab der Bahn den Namen

Zwischen den Gemeinden Barnstorf und Goldenstedt, auf dem Weg von Lutten nach Drebber im Großen Moor, verstarb 1828  Jan Spieker (46 Jahre, verheiratet), ein Kiepenkerl aus Rahden.

 

Da das sumpfige Moor eine ordnungsgemäße Bestattung unmöglich machte, fand Jan Spieker dort seine letzte Ruhestätte. (Vgl. H. Hayen, Die Moorleichen im Museum am Damm, Isensee, Oldenburg, 1987, S. 67)

 

Ein Kiepenkerl war ein umherziehender Händler und gehörte zum so genannten „Fahrenden Volk”. Er versorgte die ländliche Bevölkerung mit Waren aus der Stadt. Sein Name leitet sich von der Kiepe ab, einer Rückentrage, mit der er umherwanderte. Traditionell trug er neben der Kiepe ein blaues Hemd und Holzschuhe.

 

Mit der Bergung der Leiche Spiekers 1978 im Großen Moor bei Goldenstedt entdeckten die Ausgräber unter anderem eine Jacke. „Dort reichte ein Teil einer Jacke bis auf den ungestört gebliebenen Torf hinauf. Am höchsten lag der Kragen. Er war, frisch freigelegt, noch dunkelgrün gefärbt. Das Tuch war in allen Teilen gut erhalten. Es fiel auf, wie sorgfältig die Fäden eines umsäumten Knopfloches im Torf abgeformt waren. Dazu kamen drei Arten von Knöpfen. Das in den tieferen Teil der Grube hinabreichende untere Stück der Jacke schien nur noch zum Teil vorhanden zu sein. Das Kleidungsstück wurde auf einer hinuntergeschobenen Platte gehoben und in das Textilmuseum nach Neumünster zur Untersuchung gebracht. Es war eine Jacke, wie sie im ersten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts in Mode war." (Siehe Hayen 1987, S. 69)

 

Weitere Infiormationen:

H. Hayen, K. Tidow, Die Wolljacke des Jan Spieker,

Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland 5 (1982) 69–73

 

Der Moortunnel des Natur- und Informationszentrums Goldenstedt gewährt interessante Einblicke in die „Unterwelt” des Moores. Er verbindet Gruseliges mit Informativem. Wie durch ein Schlüsselloch werden unter anderem Einblick in eine geheimnisvolle Unterwelt die Themen "Arbeiten im Moor" und "Besiedlung des Moores" beleuchtet. Mit verschiedenen archäologischen Funden und der Aufarbeitung des Schicksals von Jan Spieker, der 1828 im Moor versank und dessen Überreste erst nach 150 Jahren geborgen wurden, wird Spektakuläres aus alten Zeiten dargestellt.

 

 

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